Sexpositiv

Was Daniel von Liebensfreude darunter versteht

Woher kommt unsere negative Einstellung zum Thema Sexualität

Sexualität ist ein menschliches Grundbedürfnis. Wir werden von Natur aus mit einem sehr sinnlichen Körper geboren. Religion und soziale Normen konfrontieren uns jedoch früh mit NEINS. Diese Verneinung lässt uns wohl „normal“ Verhalten, doch die unterdrückten Bedürfnisse lassen sich so weder befriedigen noch beseitigen. Wir fühlen uns vom Thema Sexualität sehr angezogen und zugleich abgestoßen. Daraus resultieren Gefühle der Scham bis hin zur Schuld. Das ist verwirrend und macht uns verletzlich. Also weg damit, in die Schublade des Unbewusstseins und einen fetten Stempel drauf: TABU! Das Ablehnen eines zu tiefst menschlichen Bedürfnisses, das nicht-hinschauen-wollen ist für mich der Ursprung der Sexnegativität.

 

Das verstehe ich persönlich unter Sexpositivität

Sexpositivität hingegen, ist für mich eine annehmende Grundhaltung. Ich bin der Vielfältigkeit der (sexuellen) menschlichen Bedürfnisse gegenüber positiv eingestellt. Die Klammer steht da, weil Sex ein undurchsichtiger Sammelbegriff ist. Unsere Sexualität ist eng verknüpft mit einer Vielzahl menschlicher Bedürfnisse. Dazu gehören unter anderem, Beziehung, Sinnlichkeit, Sicherheit, Liebe, Wertschätzung, Anerkennung bis hin zur Selbstverwirklichung (siehe dazu auch den Blog LIEBE s BEZIEHUNG - Bedürfnisse im Wandel). Alle diese Bedürfnisse heiße ich willkommen und setze mich dafür ein, dass wir bewusst und wohlwollend mit ihnen umgehen. 

 

Bedeutet Sexpositiv, dass alles jederzeit möglich ist?

Bezüglich dem Ausleben sexueller Bedürfnisse möchte ich mich etwas abgrenzen. Nicht jedes Bedürfnis muss, soll, darf ausgelebt werden. Unsere Bedürfnisse entspringen oft unserem tiefsten Innern, ohne dass wir viel dafür können. Diesen Bedürnissen kann ich weitestgehend wertungsfrei begegnen. Der Umgang mit diesen Bedürfnissen jedoch liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen. Ob ein Bedürfnis ausgelebt werden kann hängt für mich von zwei wesentlichen Punkten ab:

  • Dem  Einvernehmen der beteiligten und urteilsfähigen Menschen
  • Keine "schadhaften" Muster zu bedienen (z.B. real Sadismus/Masochismus, Pädosexualität, Sodomie...)

 

Wieso braucht Sexpositivität öffentliche Plattformen?

Sexpositivität bedeutet für mich auch Sprache für unsere menschlichen Bedürfnisse zu finden. Ausdrückliches Wissen und Fähigkeiten  auszutauschen und weiterzugeben. Eine Kultur zu finden, in welcher wir uns über Sexualität entspannt und differenziert unterhalten können. Genau so, wie wir das zum Beispiel über das Bouquet eines leckeren Weines oder über den Verlauf unserer Lieblings-Fernsehserie tun. Wir brauchen nicht noch eine weitere sexuelle Revolution mit Schall und Rauch. Vieles ist schon Bewegung.  Lasst uns diese aufgreifen und das empfindliche Thema Sexualität sorgfältig und nachhaltig in seiner ganzen Vielfältigkeit kultivieren.  In unseren Beziehungen, in unserer Gemeinschaft sowie in unserer Gesellschaft. Öffentliche Plattformen wie das Barcamp Sex und unsere Veranstaltungreihe Sexpositiv (6+) sind ideale Plattformen, die sexpositive Kultur zu vernetzen, sichtbar und somit mehr Menschen zugänglich zu machen.